
Der
Gedanke der Prävention,
also der vorausschauenden Betreuung
unserer PatientInnen, das Erkennens von Veränderungen noch bevor sie sich als
Krankheiten manifestieren, ist ein wesentlicher Teil unser ärztlichen Tätigkeit.
Als
Hausarzt
begleitet man seine PatientInnen für Jahre und Jahrzehnte und ich sehe es als
meine Aufgabe mögliches Risikoverhalten wie etwa Rauchen oder Bewegungsmangel
anzusprechen und damit eine Chance zur Änderung zu ermöglichen.
Die
jährliche Gesundenuntersuchung ist
wesentlicher Bestandteil unserer Betreuungsphilosophie, wobei es nicht nur um
das Ausfüllen des Gesundenuntersuchungsbogens geht. Damit werden einfach nur ,
die während eines Jahres erbrachten Vorsorgeleistungen,
wie der jährlichen Blutabnahme, Mammographie, Facharztkontrollen (Gynäkologie,
Urologie, Zahnarzt) dokumentiert.
Auch die Motivation zur Darmspiegelung
alle 10 Jahre ab dem 50 Lebensjahr, beginnt Früchte zu tragen, denn es nimmt
die Zahl der rechtzeitig entfernten Darmpolypen noch ohne Krebszellen zu.
Da
man mit dem Gedanken der Vorbeugung nicht früh genug beginnen kann, versuchen
wir auch unsere „jungen“ PatientInnen für Risiken wie Nikotin oder Übergewicht
zu sensibilisieren und zu Facharztbesuchen zu motivieren und natürlich gehört
auch die jährliche Blutabnahme dazu.
Aus
diesem Grund bieten wir in unserer Praxis das Diabetes
Management
Programm
an, damit eine Hochrisikogruppe wie die DiabetikerInnen auch durch das
regelmäßige Besuchen von Fortbildungen die modernste und beste Therapie
erhalten.
Bisher
war die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen und damit das Reflektieren
seines Lebensstiles also seines
Erkrankungsrisikos zwar von Allen im Gesundheitsbereich gewünscht, aber für
den Einzelnen ohne unmittelbaren Vorteil.
Mit
diesem Jahr startet nun die Sozialversicherung
der gewerblichen Wirtschaft einen Versuch
Vorsorgebewusstsein und Lebensstiländerung finanziell zu honorieren. Geplant
ist den Selbstbehalt von 20 % auf 10 %
zu senken, wenn PatientInnen an einer
Vorsorgeuntersuchung teilnehmen und gemeinsam erarbeitete Gesundheitsziele
erreichen, im Sinne von „Gesundheit verbessern“ bzw. „Gesundheit
erhalten“
Hier
wird zum ersten Mal versucht nicht Krankheit sondern Gesundheit
zu honorieren! Auch im ärztlichen Bereich
verdient man nicht daran, dass jemand krank ist, sondern gesund bleibt.
In
diesem Zusammenhang finde ich es gut und richtig, dass wir als ÄrztInnen für
Allgemeinmedizin in Wien eine sogenannte Pauschalbezahlung
erhalten, das bedeutet egal wie krank jemand ist oder wie oft jemand pro Quartal
in die Ordination kommt, wir erhalten immer den gleichen Betrag. Nicht
die Schwere der Erkrankung bestimmt das Honorar, sondern die Zuwendung und
Betreuung jedes/er einzelnen Patienten/in.
Somit habe ich als Arzt kein Interesse PatientInnen „kranker“ zu machen,
sondern gesund zu erhalten. Das Projekt der Sozialversicherung der gewerblichen
Wirtschaft setzt nun ebenfalls einen Schritt in diese Richtung.
Inwieweit alle anderen Versicherten davon in Zukunft profitieren, werden die nächsten Monate zeigen. Dass unser Weg der regelmäßigen Vorsorge der Richtige ist, wird damit aber mehr als bestätigt. Schon bisher profitiert davon jeder/e unserer Patienten/innen durch die gute Betreuung und Aufklärung, aber noch hat man keinen unmittelbaren finanziellen Vorteil.
„Schau ma mal“
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